Begegnung mit den Digo – einem Naturvolk in Ukunda, Kenia / 19. Juni 2018

Nach einer halben Stunde Fahrt durch fruchtbares Ackerland und Regenwald, stoppten unser Jeeps am vereinbarten Treffpunkt. Dort hießen uns die älteren Frauen und einige Kinder des Dorfes willkommen. Sie schmückten uns liebevoll mit ihren eigenen blauen und roten Schultertüchern, die sie bei Festtänzen tragen. Welch Ehre und Wertschätzung für uns!

Singend und rhythmisch tanzend zogen wir in bunter Reihe los. Wir spürten alle sofort das urafrikanische Lebensgefühl. Der halbstündige Weg zum Dorf zeigte uns Europäern aber auch, dass wir noch viel „Luft nach oben“ haben, in den Tanz und die Beweglichkeit zu kommen. Der guten Stimmung tat dies aber keinen Abbruch.

Auf dem von hohen Bäumen beschatteten Dorfplatz waren wir herzlich willkommen und mischten uns ganz bewusst unter die Dorfbewohner, die Kinder, Frauen und Männer. Wir bedankten uns herzlich für die Einladung, sprachen Begrüßungsworte, in denen wir uns vorstellten und übergaben Chief Mnyzmu die Gastgeschenke für die gesamte Dorfgemeinschaft. Dann sangen wir das erste Mal unseren Lobgesang auf Suaheli. Da war die freudige Überraschung bei den Digo groß, in der eigenen Sprache geehrt zu werden. Gerne sangen dann alle mit:

Sisi ni kitu kimoja. Mimi, wewe na ulimwengu.

Wir sind alle eins. Ich, Du und Mutter Erde.

Viele von uns hatten intensive Begegnungen mit den Kindern, die ganz offen und neugierig waren. Da sie schon einige Zeit keine Lehrer mehr hatten und wir kaum Suaheli sprechen, haben wir Ihnen unsere tiefe Herzlichkeit mit Blicken, heilender Nähe und Segen statt mit Worten ausgedrückt. Dass eine Friedensmeditation auch mit offenen Augen gelingt, zeigten uns viele lachende Kinderaugen… Wir spielten mit den Kindern, machten Friedensphotos mit den Digo. Stolz wurden uns Brunnen und Dorf gezeigt.

Der Dorfälteste Mnyzmu führte uns in ihr muslimisches Gotteshaus, in das Frauen normalerweise gar nicht und auch nicht ohne Kopfbedeckung eingelassen werden. So zeigte er seine große Zugewandtheit unserer Gemeinschaft gegenüber. Als David dem Dorfältesten dann die Ehre erwies diesen auf seinen Stuhl zu setzen, ging ein Raunen durch das Dorf. Diese große Würdigung und Begegnung auf Augenhöhe war für alle Digo spürbar. Wir sprachen eine Einladung für 15 Digo aus, Frauen und Männer, uns die Ehre zu erweisen, mit uns beim gemeinsamen Friedensmahl im Festsaal unseres Hotels zu speisen und zu feiern.

Zum Abschluss spielten einige von uns mit den Digo Trommeln und tanzend sagten wir für heute „Kwaheri“ – „Auf Wiedersehen“. Diese Völkerbegegnung hat uns für immer herzensverbunden.

Monika Koppe-Rulands

(Diese Reise wurde privat finanziert.)

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